Schach und Wissenschaft

Frank Bicker hat die neue Homepage www.chess-science.com aufgebaut. Dort stellt er Forschungsarbeiten zum Thema Schach vor. Inzwischen hat die Seite z.B. im Schulbereich mittlerweile stolze 296 Arbeiten. Die Datenbank enthält Forschungsarbeiten aus 67 Ländern, in 24 Sprachen.

Walter Rädler hat Frank interviewt:

Hallo Frank, 

1) bitte stelle dich kurz vor!

Mit 7 Jahren erlernte ich das Schachspiel beim heutigen SK König Plauen. Ich hatte das Glück, in einem tollen Verein während der Schulzeit Schach zu spielen. Nach dem Studium wechselte ich zum kleineren Verein VSC Plauen 1952 e.V.. Weil Not am Mann war, wurde ich Schatzmeister, dann Vereinsvorsitzender, 2014 wurde ich in den Vorstand des SVS geholt und war 2016-2018 dessen Präsident. 2009 organisierte ich mit tatkräftiger Unterstützung der regionalen Vereine das erste Schachturnier der Grundschulen des Vogtlandkreises (ca. 200 000 Einwohner).. Letztes Jahr nahmen 110 Kinder der Klassen 1 bis 4 teil. Mit dem Regionalfernsehen VRF entstanden einige Schachfilme: https://www.youtube.com/watch?v=FCZi8JYmz94. Als Präsident des SVS rief ich 2018 einen deutschlandweiten Schach-Schreibwettbewerb aus, der gut angenommen wurde. 2020 wurde ich in das Normen-Komitee bei ISAC (International Society for Applied Chess, http://isac-appliedchess.com/index.php/en/) gewählt. ISAC will Schach in der Wissenschaft und in der Therapie fördern.

2) Du hast die neue Seite www.chess-science.com erschaffen. Was waren deine Beweggründe?

Als 2014 die Fördermittel für den Deutschen Schachbund durch das Bundesinnenministerium gestrichen wurden, stellte ich schmerzlich fest, wie dünn die Argumentationsgrundlage der Schachfreunde und wie wenig vernetzt das Schach in Politik und Wirtschaft war. Trotzdem gelang es mir, mit dem Segen des damaligen SVS-Präsidenten Achim Schätz, die sächsischen Politiker zu mobilisieren, dass Schach weiter gefördert wird. Ich zog die Lehre, dass die Schachfreunde viel besser die unterschiedlichen Seiten von Schach (Kunst, Kultur, Bildung und Sport) in die Öffentlichkeit tragen müssen, um mehr Unterstützer zu gewinnen und um langfristig auch echte Sponsoren zu bekommen. Die vielen Forschungsarbeiten über und mit Schach demonstrieren eindrucksvoll die Ausnahmestellung von Schach: zur Visualisierung von wissenschaftlichen Problemen, zur Suche nach effektiven Lösungen, zur Konfliktbewältigung und Persönlichkeitsentwicklung u.v.m. Schon Goethe bezeichnete Schach als Probierstein des Gehirns.

3) Was ist dir bei dieser neuen Homepage besonders wichtig?

Kernstück der neuen Website sind die Wissenschaftsdatenbanken mit den Links zu den Arbeiten. Sie zeigen, dass das uralte Spiel immer noch quicklebendig ist. Schach fasziniert weltweit Menschen, ob als Spieler, Wissenschaftler, Therapeut oder Politiker. Obwohl heute die Schachcomputer dem Schachspieler in Fleisch und Blut weit überlegen sind, finden die Wissenschaftler immer neue Herausforderungen, die aus dem Schachspiel abgeleitet oder deren Lösungen anhand des Schachs überprüft werden. Die Schachfreunde sollen den Reichtum des Spiels jenseits der Wettkämpfe erfahren. Die vielen wissenschaftlichen Arbeiten zu Schach in der Schule und in der kindlichen Entwicklung  mögen Pädagogen, Schachtrainer und Schachspieler sowohl bei der Wissensvermittlung als auch bei der Argumentation gegenüber Vorgesetzten, Behörden und Politikern unterstützen.

4) Dieser Rundbrief wird wahrscheinlich von 3000+x Leuten gelesen. Die Leserinnen und Leser lieben allesamt Schach in verschiedenen Facetten. Können Sie dir irgendwie helfen, wenn ja wie?

Die Website ist als mehrsprachige Website angelegt, um viele Menschen, die dem Schach verbunden sind, weltweit zu erreichen. Hilfe könnte ich mir beim nachfolgenden Punkt vorstellen. Ich nehme auch gern Anregungen zur Verbesserung und zum Ausbau der Website entgegen.

5) Was sind deine Pläne für die Seite?

Gern möchte ich verschiedene Forschungsarbeiten im Blog vorstellen, die einfach und verständlich formuliert sind.

6) Zum Abschluss: Was findest du beim Schach am besten? 

Schach kann jeder erfolgreich spielen, unabhängig vom gesellschaftlichen Status, Gesundheit, Alter, Geschlecht und Religion. Hier entfaltet Schach seine unglaublich Integrative Wirkung über alle Grenzen hinweg.

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